Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition am 17.September 1982, Gründe dafür waren unterschiedliche Ansichten bezüglich der zukünftigen Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik, nehmen die CDU unter der Führung Kohls und die FDP drei Tage später die Koalitionsgespräche auf. Die beiden Parteien können sich einigen und Helmut Kohl wird durch ein Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt der sechste Bundeskanzler der noch jungen Republik. Dieses Amt kann er ganze 16 Jahre für sich beanspruchen. Er gestaltete maßgeblich die Wiedervereinigung Deutschlands und ging damit unter dem Begriff des Einheitskanzlers in die Gesichte ein. Vor allem sein Versprechen von „blühenden Landschaften“ machte den Menschen im Osten nach dem Niedergang der DDR und einer maroden Wirtschaftslage neuen Mut. Er genoss in diesen Regionen hohes Ansehen und erzielte im Osten bei seinen Wiederwahlen stets gute Ergebnisse.
Dennoch, die CDU-Spendenaffäre, die nach der verlorenen Bundestagswahl im Jahre 1998 ihren Höhepunkt erreichte, warf starke Schatten auf die Verdienste und den Beliebtheitsgrad des Politikers. Kohl verschwieg die Herkunft einer Spende in Höhe von 2 Millionen Euro an die CDU, obwohl er gemäß des Parteiengesetzes dazu verpflichtet gewesen wäre, die Namen Preis zu geben. Für sein Verschweigen erntete er in der Öffentlichkeitin heftige Kritik. Wegen des Verdachts der Untreue zum Nachtteil seiner Partei eröffnete die Bonner Staatsanwaltschaft im Jahre 2000 ein Ermittlungsverfahren gegen Helmut Kohl. Er wurde zur Zahlung einer Geldbuße von 300.000 DM verurteilt, das Verfahren selbst aber wegen geringer Schuld eingestellt.
Heute hat sich Helmut Kohl aus dem öffentlichen politischen Geschehen zurückgezogen. Am 4.März 2004 erschien der erste Teil seiner Memoiren unter dem Titel „Erinnerungen, 1930-1932“. Ein Jahr später im November veröffentlichte er den zweiten Teil, der sich mit Kohls Kanzlerschaft vor der Einheit befasst. Heute lebt Helmut Kohl wieder in Ludwigshafen im Stadtteil Oggersheim.